Liebe - oder: Was mein Leben so lebenswert macht




„Schreib doch mal was über die Liebe“ –der Satz den meine Blog-Leser mir wohl am meisten sagen.
Dass will ich dann hiermit mal machen.

Ich liebe viele Dinge.
Ich liebe blühende Kirschbäume. Ich liebe den Geruch frischgeschnittenen Heus. Ich liebe die Farbe des Thunersees nach einem heftigen Sturm – und ich liebe die Farbe des Thunersees vor einem heftigen Sturm und zu jedem anderen Zeitpunkt. Ich liebe meine Freiheit; die Freiheit meine Meinung von heute auf Morgen zu ändern, ohne triftigen Grund. Ich liebe meinen Beruf, ich liebe die verschiedenen Bücher die ich den ganzen Tag in den Händen halte, ich liebe deren Geruch, deren Farbe und die Beschaffenheit ihrer Blätter. Ich liebe die unendliche Weite der nordenglischen Grafschaften; ich liebe das intensive Grün der Felder und die Kargheit der Steinhütten. Ich liebe das Gefühl der warmen Sonne auf meiner Haut; die erste Berührung mit dem kalten Wasser der Aare und der Geruch von Sonnencrème. Ich liebe den Klingelton meines Handys mit der Gewissheit, dass jemand anruft den ich liebe. Ich liebe den Anblick der Berner Altstadt; die eng zusammen stehenden Häuser, die gepflasterten Wege; den Charme der Kleinstadt. Ich liebe den unverständlichen schottischen Akzent eines Kunden, den Oberländer Dialekt meiner Familie und das charmante Französisch eines meiner Freunde. Ich liebe es zu lernen, zu lesen, zu staunen. Ich liebe die Berge, wie sie majestätisch über unseren Dörfern, Seen und Städten thronen – von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ich liebe die Befriedigung beim Erklimmen eines hohen Berges; ich liebe die Ruhe auf dem Gipfel und die Sicht über das Wolkenmeer. Ich liebe das Erreichen eines Ziels, das Wissen, dass ich etwas kann und etwas bewirken kann und die Gewissheit, dass ich mich selbst überwinden und übertreffen kann. Ich liebe den Geruch eines frischgemähten Fussballplatzes. Ich liebe die monotonen Klänge und die emotionalen Texte meiner Lieblingsband. Ich liebe das Entdecken fremder Städte; deren Gerüche, Menschen, Stimmen und Geschichten. Ich liebe das Glas Wein auf der Terrasse beim Besuch bei meinen Eltern. Ich liebe die eiskalte Dusche nach dem Sport. Ich liebe die Zugfahrt zwischen Thun und Spiez. Ich liebe das Gefühl am Flughafen, die Vorfreude auf die Reise, das Gespräch mit Leuten die man trifft und ihre Reisegeschichten. Ich liebe die heftigen Sommergewitter. Ich liebe den Moment wenn eine Tasse Tee mit Milch und Zucker neben mir auf dem Abstelltisch steht, meine Katze sich auf meinen Knien zusammengerollt hat und schläft und ich ein gutes Buch aufschlagen kann. Ich liebe das Leuchten in den Augen der Menschen wenn sie von einem geliebten Menschen sprechen. Ich liebe das Zusammenstellen von Kleidungsstücken; den Anblick eines Mannes der wirklich Stil hat; die Aura die einen umgibt wenn man mit neuer Gardarobe auf die Strasse tritt. Ich liebe den Blick in die strahlendblauen Augen eines schönen Mannes; ich liebe das Gefühl aufmerksam und mit Charme behandelt zu werden. Ich liebe alte Bilder vom Flohmarkt; ich liebe das Entdecken alter Schätze in der Brockenstube. Ich liebe es, meine Hand in einen Sack mit Kaffeebohnen zu stecken. Ich liebe Lachen; so fest zu lachen, dass man weinen muss – und ich liebe es, Menschen zum lachen zu bringen. Ich liebe es, mich nach einem langen Tag im Bett zu strecken und sofort einzuschlafen. Ich liebe das intensive Blau des Himmels, das Auftürmen von Kumulus-Wolken und der daraus resultierende Platzregen. Ich liebe den Frühling – und den Sommer – und den Herbst – und den Winter.

Und ja: Ich liebe auch Menschen. Ich liebe meine Mutter, die immer alles zu unserem Wohle getan hat und sich dabei selbst vergessen hat. Ich liebe meinen Vater, den besten Vater den man sich vorstellen kann, der mit seiner Geduld und seiner Ruhe so manche Wunde in meinem Teenager-Herz geheilt hat. Ich liebe meine Schwester, die kreative, begabte und wunderschöne Schwester, die von allen alles haben kann das sie will. Ich liebe meinen Bruder, auch wenn er schwierig zu lieben ist.
Ich liebe meine Freunde, die immer zuhören, immer Rat geben, immer Zeit haben. Ich liebe alle anderen die mir auf meinem Lebensweg begegnet sind und noch begegnen werden.

Nein, ich werde hier nicht von der grossen, unzerstörbaren Liebe zu einem einzigen Menschen sprechen – das was meine Freunde gerne gehört hätten. Ich glaube nicht an diese einzige, grosse und ewige Liebe zu einem einzigen Menschen. Ich glaube vielmehr daran, dass die Menschen in unserem Leben kommen und gehen. Dass sich Situationen verändern und neue entstehen. Die Familie, die engsten Freunde und die vielen kleinen Dinge des Lebens bleiben jedoch – und das sind die Dinge die ich am meisten liebe. Sie vergehen nicht, sie sind immer da – man muss nur etwas besser hinschauen. Und wenn wir alle ein bisschen besser hinschauen und diese Dinge etwas mehr geniessen und lieben lernen, dann wären wir alle auch viel glücklicher und nicht immer auf der Suche nach den grossen, komplizierten und oftmals unmöglichen Dingen dieses Lebens.

1 Kommentar:

  1. Viele Menschen treten in unser Leben, manche begleiten uns eine Weile, einige bleiben für immer, denn sie hinterlassen Spuren in unserem Herzen... :)

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