Happy New Year oder: Wieso das letzte Jahr gut war, trotz allem

Es ist Ende Jahr und alle blicken zurück und machen sich Gedanken:


Gedanken darüber, was alles richtig lief im letzten Jahr. Gedanken darüber, was alles nicht so richtig lief. Gedanken darüber, was im nächsten Jahr richtig(er) laufen muss und was wieder falsch laufen wird. Gedanken über Dinge, die niemand ändern konnte und auch nie jemand wird ändern können. Gedanken über Gewinne und Verluste; Jubelrufe und Tränen; Hochs und Tiefs; glückliche und unglückliche Momente.


Auch ich blicke zurück auf ein spannendes Jahr. Ein Jahr in dem ich meinen Traumjob gefunden und darauf gearbeitet habe. Ein Jahr in dem ich den Westen der USA mit guten Freunden bereisen und wunderschöne Erlebnisse zurücknehmen durfte. Ein Jahr in dem ich weit gereist und gerne zurückgekommen bin. Ein Jahr in dem ich umgezogen bin und mich daheim fühle wie nie zuvor.


 2011 war für mich aber besonders das Jahr der grossen Gefühle. Das Jahr in dem meine Eltern sich getrennt haben. Das Jahr in dem ich mich so stark verliebt habe, wie ich es nie für möglich gehalten habe. Das Jahr in dem ich mein zuhause verloren habe. Das Jahr in dem ich gelernt habe, dass Liebe auf Distanz für mich nicht funktionieren kann. Das Jahr in dem ich mich von meiner Katze trennen musste. 


Nie hat es ein Jahr gegeben in dem ich so viel Tränen vergossen habe; nie habe ich lauter gelacht als dieses Jahr. Nie habe ich mich deplazierter gefühlt; nie war ich so sehr zu hause. Nie wollte ich so dringend auf und davon; nie war ich patriotischer. Nie habe ich mich so wohl in meiner Haut gefühlt; nie war mir die Person im Spiegel fremder.


Es ist Ende Jahr, ich blicke zurück und merke, dass ich nur gewonnen habe:


Meine Eltern haben sich getrennt – ich habe ein zuhause gewonnen.
Mein Traummann ist nicht in mich verliebt – ich habe einen guten Freund gewonnen.
Das Haus meiner Jugend wird verkauft – ich habe einen neuen Start gewonnen.
Ich musste mein Büsi weggeben – ich habe haarfreie Kleider gewonnen (ok, auf diesen Gewinn könnte ich verzichten).


Es ist Ende Jahr und ich merke, dass ich etwas gelernt habe: Es gibt keine negativen Ereignisse im Leben. Es gibt nur Änderungen. Und Änderungen sind gut. Sie sind positiv; auch wenn sie sich gerne mit einem Mantel aus negativen Gefühlen tarnen.


Es ist Ende Jahr und ich bin glücklich. Nicht „Himmelhochjauchzend“-glücklich.
Einfach nur glücklich. Und zufrieden.


Möge das neue Jahr ebenso spannend werden!

3 Kommentare:

  1. Sehr schön und aufstellend. Danke

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  2. Hi Nicole

    sehr schön geschrieben, am besten gefällt mir das Fazit am Ende.

    Vielen Dank für diese interessante Sichtweise!

    LG Mark

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  3. Schöne Zusammenfassung, gefällt mir gut. Ich hoffe 2012 wird ebenso spannend für dich, wenn nicht besser/mehr :)

    Liebe Grüsse aus der Ferne
    pzi

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